Die Kunst des Angelns
Band 4
von
Schwimmt-in-tiefem-Wasser
enn Ihr irgendwann einmal am Rande des Abgrunds steht und Euch fragt, was Ihr mit Eurem Leben angefangen habt, dann grämt Euch nicht. Wahrscheinlich ist es nicht das Jenseits, vor dem Ihr steht, sondern eher eine der vielen Höhlen oder Minen oder ein anderer dunkler Ort in Himmelsrand. Es wird sich um eine Dunkelheit handeln, die - wenn Ihr Glück habt - mit Wasser gefüllt ist, in dem es von Fischen nur so wimmelt.
Aber seid gewarnt - Ihr mögt zwar ein erfahrener Abenteurer sein, aber nur ein Profiangler sollte in solch unbekannten Gewässern auf Fischjagd gehen. Die Fische werden Euch nicht töten, aber womöglich sterbt Ihr aus Scham, wenn Ihr es nicht schafft, sie zu fangen - und dieses Schicksal ist erheblich schlimmer. Glücklicherweise hilft Euch dieser Leitfaden dabei, es nicht so weit kommen zu lassen, dass das schadenfreudige Gelächter der Fische an Eure Ohren dringt.
Bevor wir uns mit den Fischen beschäftigen, sollten wir zunächst einmal über die Orte sprechen, an denen man im Dunkeln fischen kann.
Die Bruthöhle in den Bergen südlich von Morthal ist bei Jägern wohlbekannt als Ort der Zuflucht, wo hungrige Fische ganz versessen darauf sind, bei Euch anzubeißen. Womöglich müsst Ihr Euch gegen wilde Tiere behaupten, die manchmal in den kühlen Tiefen hausen. Also nehmt etwas Scharfes mit, das Ihr neben der Angel zücken könnt.
Die Blutsplittermine nahe des verschlafenen Örtchens Flusswald soll tief in ihrem Inneren geflutet sein und ist womöglich ein verborgenes Juwel für unterirdische Fischjäger. Zu dumm, dass Banditen und Schläger hier ein und aus gehen, wie viele Leute berichten. Aktuell könnte es also besser sein, woanders zu angeln.
Die wahrlich Mutigen wagen sich in die Eishauchtiefen südlich von Drachenbrügge, wo es dunkle Gewässer geben soll, die voller Leben sind. Entfernt Euch nicht zu weit vom Eingang weg, denn die Höhle ist berüchtigt dafür, von Frostbissspinnen verseucht zu sein.
Dies sind nur ein paar der vielen in der Tiefe gelegenen Orte, die manch gute Angelstelle zu bieten haben. Jene, die sich für Entdecker halten, werden zweifellos auf zahlreiche weitere Stellen kommen, an denen sie im Untergrund die Angel auswerfen können.
üsterfisch
Habitat - Untergrund
Größe - Groß
Vorkommen - Häufig
Es heißt, dass durch die Adern des Düsterfischs ein Quäntchen Drachenblut fließt. Eure Lage wäre in der Tat ziemlich düster, wenn Ihr Eure Leine einholen würdet und an ihrem Ende ein Drache hinge.
Düsterfische machen sich einen Spaß daraus, Höhlenforschern einen Schrecken einzujagen, indem sie wild im Wasser der Untergrundseen herumschwimmen, wenn diese kühnen Abenteurer am Gewässer entlangwandern.
laswels
Habitat - Untergrund
Größe - Groß
Vorkommen - Häufig
Der Glaswels ist auch als Geisterwels oder Phantomwels bekannt. Diese Namen könnten furchtsamen Naturen zu viel Angst einjagen, weshalb wir den Fisch lieber Glaswels nennen, um die Nerven nicht allzu sehr zu strapazieren.
Sich an Glas zu schneiden, ist für mich ein gruseligerer Gedanke als der an einen geisterhaften Wels. Aber vielleicht denke ja auch nur ich so.
Der Glaswels ist, wie der Glasbarsch auch, in tiefen Untergrundgewässern beheimatet, die die Sonne nie erreicht.
reibeiniger Spinnenfisch</p>
Habitat - Untergrund
Größe - Groß
Vorkommen - Selten
Ich verrate Euch ein Geheimnis. Mich plagt eine Angst, die recht verbreitet in Himmelsrand ist. Ich habe Angst vor ... Dingen mit drei Beinen. Warum sollte man drei verwenden und nicht vier? Das sieht aus, als hätte man einen Unfall gehabt. Was? Ihr dachtet, ich hätte Angst vor Spinnen? Die sind nützlich im Kampf gegen Ungeziefer.
Ich weiß, ich sagte, aller guten Dinge wären drei. Aber der dreibeinige Spinnenfisch ist eine Ausnahme. Er ist eine ebenso lange wie schreckliche Kreatur, die am Grund der Untergrundseen lebt und lauert. Er vertraut nicht auf seine Augen, um Nahrung zu finden, sondern richtet seine Flossen auf und spürt die Bewegungen seiner Beute.
ampirfisch
Habitat - Untergrund
Größe - Groß
Vorkommen - Selten
Höhlen sind dunkel, und die Wesen der Nacht werden von ihrer schattenhaften Herrlichkeit angezogen. Der Vampirfisch macht seinem Namen alle Ehre, schwimmt in dunklem Wasser und fletscht scharfe Fangzähne. Man fragt sich, ob er auch einen kleinen Sarg besitzt, in dem er schläft. Wenn Ihr es schafft, einen derartigen Fisch zu fangen, lasst es mich wissen.</p>
Damit beenden wir unsere Reise in die gefährliche und dunkle Welt der Höhlenfische. Wenn Ihr mutig genug seid, die Fische in diesem Leitfaden zu fangen, dann dürft Ihr Euch wahrlich Meister nennen. Gute Arbeit!